Die stadt steckt voller botschaften. am offenkundigsten dort, wo bedürfnisse geweckt werden sollen: etwas zu haben, zu bekommen oder zu erleben. auf so genannten mega-werbeflächen werden diese botschaften mit dem nötigen appeal an frau und mann gebracht.

empfangshalle verknüpft wunsch und werbung und bringt mega-plakate aus aller welt nach münchen, um sie an werbeflächen zu präsentieren. unter zwei bedingungen: das produkt oder die leistung, für die geworben wird, ist hier nicht zu bekommen. und zweitens: selbst das entziffern der botschaft ist für die meisten hier nicht möglich, denn worte sind in fremden schriften abgefasst. die ausgewählte werbung entzieht sich unserem verstehen. arabische schriftzüge, chinesische zeichen, thailändische buchstaben erwecken jedoch die verschiedensten assoziationen - positive wie negative. eine eigene sprache spricht die bildliche gestaltung. die kommerziellen motive können sich in ästhetische kompositionen verwandeln, die rein künstlerische ansprüche erfüllen. der transfer wird zur transformation: mit ihm verliert die werbung ihre funktion. zugleich fällt ein streiflicht auf das fremde.


bilder von links nach rechts:

georgisches plakat gegenüber der alten pinakothek
indisches plakat an der staatsbibliothek
chinesisches plakat bei der kurfürstenpassage
russisches plakat am münchner rathaus
japanisches plakat am alten st. peter