superdiscount, 2004, Installation, Projektraum HBK Braunschweig, Interieur-Bilder und verschiedene Arbeiten im Aussenbereich,
Acryl auf Leinwand, Holzkonstruktion, MDF-Platten
 


In den gemeinsamen Installationen "Le lapin qui le lapin qui fait vroom", "superdiscount" und "elf" kombinieren Manuela Fersen und Michael Weissköppel Werkgruppen ihrer eigenen Arbeit zu einem Ganzen. Hierbei prallen die unterschiedlichen Sicht- und Empfindungsweisen von der Welt wie sie in den einzelnen Werkgruppen sichtbar werden, aufeinander.

Auf der einen Seite die unterkühlte technoide Facette der Moderne, wie sie sich in zeitgenössischer Architektur, industriell gefertigten Produkten und dem Lebensraum Stadt zeigt - dem gegenüber der häuslich familiäre Blick in das, was man als trautes Heim bezeichnet.

In den Interieur-Bildern von Manuela Fersen häuft sich neben dem Mobiliar, wie einem Möbelprospekt entnommen, allerhand Nippes und Kleinkram an, wie er viele Wohnungen schmückt. Als Spiegelbild der Suche nach Geborgenheit und Wohnlichkeit versuchen sie den industriell gefertigten Musterhauskatalogmöbeln die fehlende "eigene Note" zu verleihen. Angehäuft in großen Mengen und zum Teil als cut-out aus ihrem ursprünglichen Kontext herausgelöst und oftmals stark vergrößert, verlassen diese Dinge ihre niedliche und beschauliche Randexistenz und werden zum Zerrspiegel der Realität des kleinbürgerlichen Lebens.

Verlässt man die von Manuela Fersen geschaffene unheimlich werdende Heimatmosphäre und begibt sich in den urbanen Bildraum von Michael Weissköppel, gerät auch hier die Realität ins Wanken. Plattenbaufassaden wachsen ins Unendliche, Gesichter der Werbewelt verzerren sich zu lachenden Fratzen und lassen die Utopien und Visionen von Werbern und Architekten erahnen.

Beide Künstler reagieren mit ihren Arbeiten auf Phänomene und Eindrücke der Realität und lassen ein Paralleluniversum entstehen. Wobei das künstlerische Werk, das beim Einen innen und beim Anderen außen thematisiert, zunächst unabhängig voneinander entsteht und erst in den gemeinsamen Installationen zusammengeführt wird. Hierbei kommt es zu logischen aber oftmals auch irritierenden Konstellationen und Kombinationen, die einen Teil der Widersprüchlichkeit von unterschiedlichen Lebensauffassungen thematisieren und den Betrachter einladen, den langen Weg nach Hause zu gehen.

Text, fersenundweissköppel